Dienstag, 9. August 2011

Ein wunderbares Wochenende!

Mein Wochenende fing schon unerwartet am Mittwochabend an. Denn meine Gastmutter kam nach hause und erzählte mir, dass ein deutsches Mädchen mit ihrer australischen Freundin in ihrem Café gewesen sei und dass sie ihnen von mir erzählt habe. Sie gab mir dann auch noch die Handynummern der Mädels und meinte, sie würden sich freuen sich mit mir zu treffen. Also nichts wie ran an den Speck, weil hier unten in Denmark bin ich doch etwas einsam. Alle fünf Jahre findet in Australien eine Volkszählung statt und beim letzten Mal kam heraus, dass die meisten Menschen dort zwischen 55 und 65 Jahre alt sind. Das sagt ja schon alles.
Naja, zurück zum Thema. Jedenfalls habe ich die Mädels angerufen und wir verabredeten uns für den nächsten Morgen zum Kaffee. Um 11 Uhr am Donnerstag trafen wir uns und quatschen ein bisschen. Anne kommt aus Deutschland und besucht Ashlee, die allerdings in Esperace wohnt. Sie war 2003 als Austauschschülerin in Deutschland und Anne war ihre Gastschwester. Die beiden waren super nett und wir entschlossen spontan nach Greens Pool zu fahren, dass ist der Strand, der am zweitnächsten zu dem Haus meiner Gastfamilie liegt. Ein wunderschöner und endloser Strand mit klarem Wasser und vielen Felsen. Wir hatten sogar Glück, denn an diesem Tag hat seit einiger Zeit auch mal wieder die Sonne geschienen. Wir verbrachten also ein bisschen Zeit dort und fuhren dann zu einer Honigfabrik. Dazu sollte man wissen, dass es hier in Australien unzählige Fabriken gibt, die jeder besuchen kann. Meist liegen diese jedoch eher abgelegen.
Wir aßen also Honigeis, tranken Honigwein und probierten natürlich unzähliege Honigsorten. Das war allerdings nicht genug und wir beschlossen, dass es zum Nachtisch zu einer Käsefabrik gehen sollte. Das schöne ist, man bekommt einfach alles umsonst und wird sogar satt. Aber ich habe trotzdem ein riesen Stück Käse gekauft, denn der schmeckte einfach mal nach gutem altem deutschen Käse, den ich in Deutschland eigentlich eher weniger gegessen habe, jetzt aber doch vermisse, genauso wie deutsche Butter. Alles aus dem Supermarkt schmeckt doch sehr künstlich hier. Und das allerschlimmste ist, hier gibt es keine leckere Schokolade!
Die Mädels setzten mich dann nach unserem kleinen Ausflug an meinem Auto ab und wir machten aus, später noch in einen Pub zu gehen. Es war schon abends und als ich zuhause angekam, kochte ich schnell Essen für die Kinder, räumte etwas auf und fuhr los in den Pub. Der Weg war schrecklich. Ich fuhr fast eine Eule um, die absolut regungslos auf dem Waldweg saß und kaum von Holz und Laub zu unterscheiden war. Danach tuckerte ich weiter Richtung Town, immer mit einem vorausschauenden Blick auf Kängurus. Denn die kommen vor allem nachts aus ihren Verstecken und bevorzugen auch mal gerne über die Straße zu hüpfen. Heile angekommen bin ich zum Glück aber trotzdem. Wir spielten Billard und aßen anschließend noch etwas. Es war ein sehr schöner und abwechslungsreicher Tag. Leider sind die Mädels am nächsten Tag abgereist...

Freitagmorgen ging es dann schon relativ früh aus dem Bett, denn wir planten wieder nach Perth zu fahren. Da meine Gastmutter es liebt (verständlicherweise) nach einem anstrengenden Wochenende in ein aufgeräumtes und geputztes Haus zurückzukehren, heißt das dann für mich, dass ich alles, aber wirklich alles putzen darf. Nachdem ich das ganze Haus auf Hochglanz gebracht hatte, habe ich den Welpen ins Auto gesteckt, die Kinder von der Schule abgeholt und wir sind zum Café gefahren, wo Melissa schon auf uns wartete. Jedem eine heiße Schokolade in die Hand gedrückt und los ging es. Ich bin das erste Mal diese Strecke selbst hoch nach Perth gefahren und habe mich zwischenzeitlich mit Melissa abgewechselt. Ich muss sagen, es ist alles andere als lustig. Das Problem ist nämlich, dass alles gleich aussieht und es den ganzen Weg quasi nur geradeaus geht. Beim Fahren ist es also super schwer konzentriert und wach zu bleiben. Nach einer Stunde merkte ich, wie meine Augen immer schwerer wurden. Es ist total wichtig, dass man sich bei so einer Fahrt gegenseitig unterhält. Denn die unzähligen Kreuze an den Straßenrändern zeigen, wie schnell hier was passieren kann. Und ich meine ungelogen, hier stehen alle paar hundert Meter Kreuze, wo Menschen gestorben sind. Viele von ihnen allerdings auch, weil sie nachts gefahren sind und die Kängurus wirklich eine Gefahr bilden. Denn auch die liegen alle paar hundert Meter überfahren im Straßengraben.
Nachmittags kamen wir dann in Rockingham an und es war einfach mega gutes Wetter und echt warm für den australischen Winter. Man konnte im T-Shirt rum laufen. Ich war aber von der Fahr zu erschöpft, dass ich einen Geburstag, zu dem ich nach Fremantle von einem anderen Aupair eingeladen wurde, sausen ließ. Außerdem war das Saisonauftaktspiel vom BVB, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte und dafür nachts aufstand, um es per Livestream zu schauen. Und ich würde sagen, es hat sich gelohnt!

Am Samstag fuhren wir zu den Eltern von Melissa, wo eine Familienfeier mit über 50 Leuten statt fand. Es gab eine Menge an Champagner und Essen. Alle Kinder die dort waren verbrachten den Tag im Pool und ich unterhielt mich mit dem Aupair von der Schwester meiner Gastmutter, die aus Frankreich kommt. Diese reist allerdings schon bald ab und dann kommt jemand aus Österreich. Der Tag war jedenfalls schön und ich habe die komplette Riesenfamilie meiner Gastmutter kennengelernt. Zuhause angekommen ging ich früh ins Bett.

Sonntag war wieder geniales Wetter und ich fuhr mit Melissa schon um 10 Uhr los, Richtung Perth Downtown. Sie ließ mich an der Trainstation an ihrem Fittnessstudio raus, da sie den ganzen Sonntag dort verbringen wollte und ich fuhr weiter nach Perth. Dort traf ich mich mit zehn anderen Aupairs, von denen natürlich neun aus Deutschland kommen, in einer der beiden Haupteinkaufstraßen. Wir beschlossen uns jedoch in Gruppen aufzuteilen, da jeder etwas anderes machen wollte. Ich fuhr mit ein paar Mädels in den Kingspark. Das Wetter war perfekt und wir tauschten ein bisschen unsere Erfahrungen aus. Ich muss sagen, ich hab einen angenehmen Job, denn ich muss am Tag höchstens vier Stunden arbeiten und die anderen das Doppelte und bekommen auch nicht viel mehr Geld dafür. Manche von ihnen müssen sogar manchmal am Wochenende arbeiten.
Am Nachmittag ging es dann noch zum Swan Bell und eigentlich gibt es in Perth auch nicht viel mehr zu sehen, denn Perth ist viel viel kleiner als man denkt. Es hat zwei so große Einkaufstraßen wie Dortmund und hier und da stehen mal ein paar Hochhäuser, die allerdings nicht sehr hoch sind. Mich erinnert Perth irgendwie etwas an Frankfurt. Der Tag war dann auch schnell um und ich fuhr zurück zum Fitnessstudio. Gemeinsam mit meiner Gastmutter ging es zurück nach Rockingham. Abends nutze ich dann die gute Internetverbindung, um ein bisschen mit meinen Lieben zu skypen.

Montag roch es dann wieder nach Hausputz. Und ich glaube ich werde den Hausputz nie in Rockingham mögen. Denn meine Gastmutter bevorzugt es ihr Glanzparkett mit purem Alkohol zu wischen. Man kippt einfach eine halbe Flasche aus und verwischt das ganze bis es trocknet. Es stinkt einfach alles nach Tequila. Und mich erinnert das jedes Mal an einen wilden Partyabend im Juni, der verursacht hat, dass mir allein schon schlecht wird, wenn ich eine Tequilaflasche sehe. Zum Glück konnte ich eine Atemschutzmaske finden.
Wir schafften es nicht wirklich pünktlich aus Perth loszufahren und so kam es, dass wir das letzte Stück zurück nach Denmark im Dunkeln fahren mussten, was nicht nur meine Gastmutter, sondern auch mich nervös machte, da die Kägarus überall lauern! Nach vier Stunden Fahrt kamen wir heile an.

Ja, dass war mein Wochenende. Die nächsten zwei Wochen werden wahrscheinlich nicht sehr spannend für mich, weil es für mich erst dann wieder nach Perth geht und diesmal vier Tag alleine. Ich werde dann allerdings mit einem Reisebus nach Perth fahren. Ich werde berichten!




Greens Pool in Denmark

Greenspool in Denmark


Greens Pool in Denmark

Greens Pool in Denmark
Aussicht auf den Swan River

Aussicht auf Perth und Swan River

Mit den anderen Aupairs im Kings Park

Kings Park







Dienstag, 2. August 2011

Autofahren in Australien: eine linke Sache!

Ja, ich gebe zu, vor dem Autofahren in Australien habe ich mich am meisten gefürchtet. Und das ist auch nicht unbegründet. Für alle die noch nicht in den Genuss gekommen sind mit mir Auto zu fahren, die sollten vielleicht wissen, dass ich unter einer Rechts-Links-Schwäche leide und während des Autofahrens über keinerlei Koordination herrsche. Ich merke mir rechts und links an meinen beiden Zeigefingern. Ich wurde als Kind operiert und mir wurde ein Stück meines linken Zeigefingers abgenommen. Das heißt für mich, kurzer Finger links, langer Finger rechts. Und wehe einer lacht jetzt, das gilt ausdrücklich für Chris und Mirko!;)
Meine Gastfamilie stellt mir hier zwei Autos zur Verfügung. Einen Holden Astra und einen Mitsubishi Geländewagen, den ich allerdings nur ausschließlich benutze, wenn ich die Surfboards runter zum Strand bringe oder ich den Astra nicht aus der Matsche kriege. Ja, eine Menge Regen ist hier in den letzten Tagen runtergekommen und da ich das Auto nur auf der Wiese parken kann, weil woanders kein Platz ist, kommt es schon mal vor, dass ich über 20 Minuten brauche, um das Auto aus der Matsche zu fahren, wenn es dann überhaupt klappt.
Also gut, das Auto dann doch zum Fahren gebracht und ab geht’s. Gerade mal eine Autobreite beträgt der Waldweg, der mich auf die Hauptstraße führt. Und da kann es schon mal zu einem kleinen Krise kommen, wenn mir ein anderes Auto entgegen kommt. Wenn ich eins nicht kann, dann ist das lange Strecken rückwärts mit einem Auto fahren. Wie gesagt, meine Koordination ist dann gleich Null. Dennoch ist es mir jetzt schon zwei mal passiert. Dabei darf man dann auch nicht vergessen, dass sich das Steuer hier auf der rechten Seite befindet und ich mit der linken Hand schalten muss.
Wenn ich es dann doch den Waldweg runter geschafft habe, dann bleibe ich zunächst stehen und erhasche einen kurzen Blick auf meine Finger, um zu wissen wo die linke Spur ist. Zum Glück muss ich hier nicht oft abbiegen, da mich das Umdenken wahnsinnig macht. Aber viel unheimlicher ist es, wenn mir ein Auto auf der rechten Spur entgegenkommt. Jedes Mal zucke ich zusammen und denke: das ist mein Ende! Doch dann fällt mir zum Glück wieder ein, dass ich mich in einem Land mit Linksverkehr befinde. Nach jeder Fahrt bin ich dankbar, dass ich heile angekommen bin. Denn leider passiert es mir nicht gerade wenig, dass ich auf die falsche Spur abbiege. Ich hoffe, dass ich mich noch an den Linksverkehr gewöhnen werde!
Vielleicht ist es besser für mich, dass hier nicht sehr viel Polizei herumfährt, sonst wüsste ich schon, wen sie anhalten würden. Denn schon die deutsche Polizei hatte ihren Spaß daran, mich fast wöchentlich anzuhalten. Hier in Australien hätten sie wirklich einen Grund dafür. Ich fahre bis jetzt wohl wirklich ein bisschen auffällig durch die Gegend...

Holden Astra

Mein Alltag als Aupair

Mein Tag beginnt eigentlich ziemlich entspannt. Ich stehe morgens um 7 Uhr auf und mache zuerst Lunchpakete für die Kinder, die sie mit zu Schule nehmen. Die bestehen meistens aus Obst und einem Sandwich, also nicht wirklich anspruchsvoll. Zum Wachwerden räume ich die Spülmaschine aus und ein. Diese beiden morgendlichen Aktivitäten nehmen meistens 15 Minuten in Anspruch. Damit ich nicht zu aktiv werde, lege ich mich bis 8 Uhr wieder ins Bett und warte bis die Kinder sich auf den Schulweg gemacht haben. Wenn es regnet fahre ich sie gegebenenfalls zur Schulbushaltestelle. Danach beginnt dann mein Tag mit ein wenig Morgensport: ich putze Klo, Badezimmer, Küche und Wohnzimmer. Wäre eigentlich keine große Aufgabe, wenn meine Gastmutter nicht gefühlte 5000 Schränke voller Putzmittel hätte. Sie hat wirklich für jeden Gegenstand im Haus ein bestimmtes Produkt. Ihr Lieblingsputzmittel ist „Desinfected“. Das kommt einfach überall drauf, was dreckig ist. Erledigt der Hund sein Geschäft im Haus, „Desinfected“ muss her, muss der Boden gewischt werden „Desinfected“ muss her, müssen die Fenster geputzt werden „Desinfected“ muss her. Ich kaufe ungelogen bei jeden zweiten Einkauf einen 2 Liter Kanister „Desinfected“.
Wenn ich dann jedenfalls alles desinfected habe, dann soll ich alles nochmal mit jeweils anderen Putzmittel putzen. Mittlerweile habe ich mir eine Liste gemacht, was ich mit welchem Mittel reinige. Sonst blickt da ja keiner durch, ausgenommen meine Gastmutter.
Um 9 Uhr beginnt dann meist der gemütliche Teil meines Tages. Ich kann bis 16 Uhr machen was ich will, zumindest theoretisch, wenn der australische Winter nicht so regnerisch wäre. Wenn die Sonne dann doch mal länger scheint, dann setzte ich mich gerne in den Garten oder fahre runter in die Stadt. Im Sommer wird mein Ziel definitiv jeden Tag der Strand sein.
Nachmittags stehen keine großen Aufgaben an. Wenn was zum Bügeln anfällt, dann erledige ich das schnell. Meistens ist jedoch nichts dabei. Ich muss lediglich die Wäsche, die meine Gastmutter wäscht, zusammenlegen und auf einen Tisch im Flur legen, so dass jeder seinen Stapel mitnehmen kann. Für den Nachmittag ist dann Shopping angesagt. In der Küche liegt nämlich immer eine Einkaufsliste und jeder der was braucht, schreibt es dort auf. Meine Aufgabe ist dann nur diese Sachen zu kaufen und natürlich noch Zutaten für Dinner à la Friederike. Denn das steht direkt nach dem Einkaufen an. Ich muss nichts Kochen, dass in irgendeiner Weise aufwändig ist. Meist ist es Pizza, Spaghetti Bolognese, Suppen oder auch mal Kartoffelbrei mit Fischstäbchen. Zudem ist das keine wirkliche Arbeit für mich, da ich doch relativ gerne Koche. Um 18 Uhr wird dann gegessen. Wenn alle fertig sind, räume ich dich Küche auf. Nach dieser Zeit hab ich dann wieder frei.
Abends gucken wir viele Filme, denn meine Gastmutter hat einen ziemlich guten Deal mit dem DVD-Shop vor Ort. Der Besitzer dieses bekommt freien Kaffee in ihrem Café, dafür darf sie alle DVDs kostenlos ausleihen. Das Gute ist, ich kann alles dort auf den Account von meiner Gastmutter schreiben lassen und habe mir auch schon ein paar DVDs ausgeliehen. So kann es mir bei diesem Wetter auf keinen Fall langweilig werden. Und natürlich gucke ich alle Filme immer fleißig auf Englisch...
Anders als in Deutschland gehe ich hier schon recht früh ins Bett. Meistens schlafe ich schon um 22 Uhr. In Deutschland habe ich es nie vor 1 Uhr ins Bett geschafft, vielleicht aber auch, weil ich immer die ungeliebten Hausaufgaben vor mir her geschoben und sie im Endeffekt doch nicht erledigt habe.
Die Wochenenden, also Samstag und Sonntag habe ich frei und kann machen was ich will. Wenn ich in Rockingham bin, dann treffe ich mich mit anderen Aupairs, wenn ich allerdings in Denmark bin, dann kann es schon mal ein bisschen öde werden. Ich hoffe einfach, dass ich dort noch irgendwie Anschluss finde. So ganz einfach ist das allerdings nicht, denn alle jungen Leute ziehen hier weg. Ich denke im Sommer wird es etwas einfacher, wenn ich dann an den Strand kann. In Perth habe ich jetzt schon einige Leute kennengelernt, bis jetzt allerdings nur über Facebook. Doch mit ein paar von denen treffe ich mich am Sonntag zum Sightseeing und Shopping in Perth. Und Samstag treffe ich die Nichten von meiner Gastmutter auf einer Familienfeier, die sind 17 und 19 Jahre alt. Also noch habe ich keine Panik, dass ich hier vereinsame.
Achja und Anfang Oktober fliege ich nach Bali, da die Kinder dann in Hongkong bei ihrem Vater sind. Mir bleibt auf jeden Fall genug Zeit zum Reisen. Ayers Rock, Brisbane, Sydney und Melbourne sollen es werden, aber mit den letzteren drei warte ich dann lieber, wenn Bere und Lolle hier erscheinen. Also haut rein Mädels!

Ein kurzer Ausflug nach Albany

Samstag sind wir nach Albany gefahren. Das ist die nächstgelegene Stadt an Denmark, aber auch
die drittgrößte Stadt in Western Australia. Ich hatte mich schon gefreut, dass etwas größeres hier in der Nähe ist, aber wenn Australier „groß“ sagen, dann heißt das auf Deutsch „klein“. Ein paar Shops, ein kleines Einkaufzentrum und ein paar Cafés hier und dort. Die Stadt an sich ist auch nicht wirklich schön. Trotzdem gibt es dort ein paar sehenswerte Stellen, zu denen man aber nur gelangt, wenn man mit dem Auto 10 Meilen aus der Stadt heraus fährt, was wir natürlich taten. Wir fuhren zu „The Gap“, einer riesigen Klippe und hielten an einer anderen Stelle, mit genialem Ausblick. Als wir zurück in die Stadt gefahren sind, haben wir zum Lunch Sushi gegessen. Da ich Sushi liebe, war ich mehr als erfreut über die Preise, denn die sind hier um einiges niedriger, als die in Deutschland.
Da Melissa dann irgendwas für das Café besorgen musste und das nicht ganz so spannend war, klapperte ich mit Joel ein paar Surfshops ab. Nachmittags sind wir dann irgendwann wieder nach Denmark gefahren.
The Gap
The Gap
Aussicht außerhalb von Albany

Das Landleben in Denmark. Da komm' ich mir doch glatt vor wie im Zoo!

Von Rockingham nach Denmark führt ein einziger Highway, der uns schnell, sicher und nach einigen Hunde-Pippi-Pausen dort hin brachte. Unser erstes Ziel war aber nicht mein neues Zuhause, sondern das Café meiner Gastmutter, dass sich im Zentrum von Denmark befindet. Ein sehr kleines aber feines Café. Wir luden dort ein paar Sachen aus, die wir aus Rockingham mitgebracht hatten und Melissa stellte mich ihren Angestellten vor. Dort lernte ich dann auch Josh kennen, der den ganzen Tag im Café gearbeitet hatte. Und schon gleich habe ich erfahren, wie sehr er in der Pubertät steckt. Denn er hatte wirklich fettiges Haar, was dazu führte, dass er und Melissa die erste Haar-Diskussion hatten. Diese sollte allerdings nicht die letzte bleiben.
Unser nächstes Ziel war das Haus von den Eltern, des Mannes meiner Gastmutter. Es liegt nur ein paar hundert Meter entfernt von dem Haus, in dem ich mit meiner Gastfamilie lebe. Doch bevor wir dort ankamen, musste ich noch einen kleinen Schock einstecken. Denn bevor man zu diesen beiden Häusern gelangt, muss man zwei Kilometer durch ein Waldstück fahren. Ich komme mir jedes Mal auf diesem Weg vor wie im Urwald. Naja, also oben angekommen lernte ich die Eltern von Keith kennen und wir verquatschten uns etwas mit ihnen.
Als wir endlich an meinem neuen Zuhause ankamen, war es schon dunkel. Wir luden das Auto aus, versorgten Freckles. Melissa zeigte mir mein Zimmer und alle anderen Räume. Das Haus ist etwas größer, als das in Rockingham, aber dafür auch etwas einfach gebaut. Eigentlich passt dieses Haus absolut nicht zu meiner Gastmutter, aber sie konnte sich damit anfreunden, da sie planen ein neues Haus zu bauen. Denn Keith hatte das Haus gekauft, bevor sie sich überhaupt kennengelernt haben.
Kleiner Nachteil an diesem Haus ist, dass sogar bei geschlossenen Fenstern der Wind durchkommt.
Und Heizung gibt es, so gut wie in jedem australischen Haus, natürlich nicht. Gekocht und geduscht wird ausschließlich nur mit Gas. Es kann also auch mal vorkommen, dass ich hier morgens unter einer kalten Dusche stehe oder ich abends nicht kochen kann, da wiedereinmal eine Gasflasche leer ist. Beides ist jedenfalls schon einmal vorgekommen. Das Wohnzimmer des Hauses ist wohl der gemütlichste Raum. Denn er ist mit einem Kamin ausgestattet und der übergroße Flachbildschirm darf natürlich auch nicht fehlen.
An diesem Abend bin ich direkt ins Bett gefallen, da mich mein Jetlag zu dieser Zeit immer noch plagte. Sonntag passierte auch nicht viel. Wir frühstückten im Café und fuhren zum Ocean Beach, zu dem Strand, der am nächsten zu unserem Haus liegt. Er steht auf Platz 5 der besten Surfstrände in Australien und ich kann es kaum noch erwarten, dass es etwas wärmer wird und ich endlich wieder aufs Board steigen kann. Fotos vom Strand kommen etwas später, ich hatte meine Kamera vergessen.
Montag war mein erster Arbeitstag. Die ersten Tage waren nicht ganz einfach, denn ich musste ein Haus putzen, in dem ich mich nicht auskannte. Ich habe viel Zeit gebraucht, um mein morgendlichen Ablauf zu vervollständigen. Mittlerweile habe ich mich aber schon ganz gut eingearbeitet.
Das schöne an Denmark ist, dass ich hier zwei Autos habe und ich daher absolut flexibel bin. Ich fahre oft in das Café meiner Gastmutter, wo ich jeden Tag kostenlosen Kaffee und Kakao bekomme. Zusätzlich bringt Melissa alles Essen aus dem Café mit, was dort übrig bleibt. Daher beginne ich mein Frühstück meistens mit einem warmen Muffin. Und die sind wirklich lecker. Zum Lunch bekomme ich Wraps oder andere leckere Spezialitäten. Und hier befinden sich die schöneren Strände, auch wenn ich hier, nicht so wie in Rockingham, Delphine vor der Haustür habe.
Die erste Woche verging super schnell und am Wochenende machten wir einen kleinen Ausflug nach Albany...

Ein paar bunte Vögel im Garten

Kangaroos vor meinem Fenster
Denmark River

Mein Zimmer

Das Haus

Eine Kuh, die im Garten lebt

Mittwoch, 27. Juli 2011

Das Stadtleben in Rockingham

Vom Flughafen ging es direkt nach Rockingham. Da die Kinder Ferien hatten, beschloss meine Gastmutter ein paar Tage dort zu bleiben, da sie der Meinung war, es sei einfacher für mich, wenn ich die ersten Tage in einer großen Stadt verbringe. Joshua ist allerdings in Denmark geblieben, da er in den Ferien dort viel gearbeitet hat und dort besser surfen kann.
Als wir am Haus in Rockingham ankamen, habe ich mich direkt wohl gefühlt. Es ist ein kleines, aber feines Haus in der Parallelstraße zum Strand. Melissa zeigte mir Küche, Wohnzimmer, die Badezimmer, die Kinderzimmer, Arbeitszimmer, Schlafzimmer und dann mein Zimmer. Zu meinem Zimmer gehört ein anschließernder Bereich mit TV, Sesseln und Schreibtisch. Von diesem Bereich gelangt man auf eine Dachterasse mit Meerblick und Palmen. Ich denke dieses Haus ist für viele Europäer ein typisches Ferienhaus am Meer.
Ich duschte und packte meine Sachen in die Schränke. An diesem Tag passierte nicht mehr viel, doch um meinem Jetlag nicht zu verfallen, lud mich Melissa in ein Restaurant am Strand ein. Als wir wieder zuhause waren, konnte ich endlich schlafen. Eigentlich verabredeten wir, dass ich mit Joel am nächsten Morgen nach Perth fahren sollte. Doch ich schlief 16 Stunden durch und als ich aufwachte war es schon fast nachmittag. Also beschlossen wir am nächsten Tag nach Perth zu fahren und blieben zuhause und machten uns einen gmütlichen Tag vor dem Fernseher. Ich schlief den ganzen Tag auf dem Sofa ein. Ich kam mit der Zeitumstellung absolut nicht klar. Das zeigte sich dann auch am zweiten Tag. Denn der fiel genauso aus wie der erste: ich schlief und schlief und schlief. Also das ganze Spiel von vorne und den Perthausflug um einen Tag verschoben. Ich war ganz froh, dass mich Melissa selbst entscheiden lies, mit meinem Jetleg fertig zu werden.
Am nächsten Tag ging es dann wirklich nach Perth. Melissa musste dort ein paar Erldigungen machen und anschließend wollte sie mit uns dort ins Tierheim fahren, da sie schon länger planten einen neuen Hund zu kaufen. Es sollte ein Beagle sein. Also fuhen wir mit dem Auto nach Perth und mussten nicht mit der Bahn fahren. Als Melissa alles erledigt hatte, besichtigten wir die Beagle. Melissa musste eine Befragung über sich ergehen lassen. Und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie unfreundlich die Menschen dort waren. Der Hund würde ausschließlich in Denmark leben und dort am Haus sind die Bedingungen perfekt. Der Garten ist riesig und meine Gastfamilie hatte eine Menge Hunde zuvor. Doch die Menschen im Tierheim waren der Meinung, dass der Hund weglaufen und dass er sich am Zaun der Kuhweide (Elektrozaun) im Garten in Denmark verletzten könne. Ich hatte den Eindruck, dass sie ihren Hunden nicht wirklich helfen wollten ein neues Zuhause zu finden. Also sind wir wieder gefahren und haben die Hunde-Kauf-Geschichte erst mal verworfen, doch es sollte an diesem Tag doch noch anders kommen, aber dazu gleich mehr.
Da es dann schon fast wieder nachmittag war, beschlossen wir nicht nach Perth zu gehen, sondern nach Fremantle zu fahren und dort einen Kaffee zu trinken. Vorher fuhren wir jedoch noch durch den Kingspark, wo ich das erste Mal Papageien und andere bunte Vögel sah. Das war ein bisschen crazy, da ich mich nicht im Zoo befand, sondern mitten in Perth. Wir fuhren noch durch Perth Downtown und weiter nach Fremantle. Eine sehr schöne und alte Stadt mit vielen kleinen Cafes. Meine Gastmutter zeigte mir die bedeutensten Plätze dort und nach einem kurzen Kaffee machten wir uns auf den Rückweg nach Rockingham. Wir stoppten dort bei einem Shoppingcenter, um mir eine Prepaidkarte zu kaufen und noch ein paar Einkäufe zu erledigen. Also rein ins Center und gleich das erste Geschäfft war natürlich was? Eine Tierhandlung. Im Schaufenster waren mehrere Welpen Glaskäfigen austgestellt. Wie jeder der dort vorbei kam, liesen wir uns wie ein Magnet anziehen. Unter den vielen Welpen waren auch zwei Cocker Spaniel. Und dann ging es schneller als ich gucken konnte: verliebt, gekauft und mitgenommen. Tja, nun hatten wir einen 9 Wochen alten Welpen. Wir gaben ihm den Namen Freckles (Sommersprossen). Denn er ist für einen Cocker Spaniel etwas außergewöhnlich. Er ist weiß-braun und hat im Gesicht und auf den Füßen ganz viele kleine Sommersprossen.
Melissa hatte mir vorher natürlich gefragt, ob es für mich OK wäre, wenn wir einen Welpen kaufen, denn sie ist sehr beschäftigt und hat nicht viel Zeit ihn zu erziehen. Ich stimmte zu. Zu dem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, dass ich mit dem kleinen Hosenscheißer die dreifache Arbeit habe, was ich allerdings nicht bereue, denn mir macht es Spaß ihn zu trainieren.
Die nächsten zwei Tage blieben wir zuhause, denn es regnete in Ströhmen und Freckles konnten wir auch nicht alleine lassen, da er uns das ganze Haus voll gekackert hätte.
Samstag nach meiner Ankunft fuhren wir, nachdem wir das Haus geputzt hatten, samt Hund nach Denmark...
Wohnzimmer
Esstisch im Wohnzimmer

Anschließender Bereich an mein Zimmer

Küche



Mein Zimmer


Freckles

Dienstag, 26. Juli 2011

Meine liebenswerte Gastfamilie und ihr (un)kompliziertes Leben

Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastmutter Melissa und ihren beiden Söhnen Joel(10) und Joshua(15). Bis jetzt eigentlich ganz einfach, aber Melissa ist verheiratet mit Keith. Keith ist nicht der Vater der Kinder. Er hat vier eigene Kinder, die allerdings schon etwas älter sind. Er ist Pilot bei der Air Force und zur Zeit für drei Monate in Queensland. Dann kommt er für drei Wochen nach hause und geht dann drei Monate nach Afghanistan. Das heißt ich lerne ihn erst in erst in ein paar Wochen kennen.
In der Regel leben die Kinder zwei Wochen bei meiner Gastmutter und zwei Wochen bei ihrem Vater. Der Vater der Kinder ist ebenfalls Pilot und arbeitet normalerweise in Australien. Doch im Moment ist er für längere Zeit in Hong Kong. Das bedeutet, dass die Kinder für diese Zeit bei meiner Gastmutter leben. Schon etwas kompliziert, geht aber noch komplizierter.
Meine Gastmutter hat ein Cafe in Denmark und ein Fitnessstudio in Rockingham. Diese beiden Orte liegen ca. 450 Kilometer auseinander. Wenn die Kinder bei ihr waren, dann lebte sie in Rockingham und wenn sie bei ihrem Vater waren, dann in Denmark, da der Vater der Kinder ebenfalls in Rockingham wohnt, Keith aber in Denmark. Jetzt aber, wo sie die Kinder die volle Zeit hat, hat sie beschlossen, sie ganz nach Denmark zu holen und sie dort auf die Schule zu schicken. Das Haus in Rockingham ist also nur Wochenend- und Ferienhaus.

Ich komme sehr gut mir meiner Gastfamilie klar. Melissa macht es sehr einfach für mich. Ich darf alles machen was ich will, wie ich will und wo ich will. Ich bin hier wirklich komplett aufgenommen worden und mir wird viel Vertrauen geschenkt.
Die Kinder sind super lieb. Vor allem Joel freut sich, dass ich hier bin. Denn sein älterer Bruder schenkt ihm nicht besonders viel Aufmerksamkeit. Ich bin kein Babysitter, sondern eine Person, an die sich die Kinder wenden, wenn sie Hilfe brauchen. Sei es, dass ich ihnen die Sufboards runter zum Strand fahre oder ihnen das einkaufe, was sie mir auf meine Einkaufsliste schreiben.
Joshua ist viel unterwegs und ist ein 15 jähriger Junge mitten in der Pubertät. Seit ich hier bin führen Melissa und er Diskussionen über seine Haare. Er möchte sie lang wachsen lassen und Melissa findet sie sehen nach dem Surfen nicht gepflegt aus, also müssen sie ab. Und das geht von morgens bis abends so.
Joel ist einfach nur knuffig. Ich habe Schokolade aus Deutschland mitgebracht (by the way, hier gibt es keine leckere) und er kam fünf Minuten nachdem er ein Stück probiert hatte zu mir und sagte er könne nicht fassen, wie gut die Schokolade schmeckt. Und er bedankt sich immer für alles 100fach. Und er meint es immer ehrlich. Als ich das erste mal gekocht habe, hat er sogar bei Facebook gepostet, dass es sein bestes Dinner seit sehr langer Zeit war.
Melissa ist eine absolut durchorganisierte Businessfrau. Streng in der Erziehung, aber dabei sehr liebevoll. Sie versucht ihren Kindern alles zu ermöglichen. Und das wichtigste ist für sie, dass alles sofort erledigt wird und alles seine Ordnung hat.
Ich fühle mich in der Familie sehr wohl und kann wirklich von Glück sprechen, dass ich meine Zeit in Australien mit ihnen verbringen darf.
Joel
Josh